Zum 1. Treffen aller Chorklassen kamen auf Einladung des Netzwerks Musik in Bayern am 23. Juli 2010 260 Grundschulkinder zwischen 7 und 9 Jahren in die Bayerische Musikakademie. 10 Chorklassen aus dem Regierungsbezirk Schwaben liessen den Schlossberg klingen, als sie sich gegenseitig mit ihren Lieblingsliedern vorstellten.
Wichtigster Kooperationspartner ist der Chorverband Bayerisch-Schwaben.
Seine gezielte Förderung macht dieses Treffen erst möglich.
Unter Anleitung von Karl Zepnik, dem künstlerischen Leiter der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf und Initiator der Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“, eröffneten die Kinder um 10 Uhr das Chorklassentreffen. Helmut Maschke, u.a. Dozent der Fortbildung „Mein Lehrer singt“, begeisterte anschließend mit dem offenen Singen für Kinder und Erwachsene.
Nach diesem gemeinsamen Auftakt war dann die Bühne frei für die Darbietungen der Chorklassen. Nach dem Motto: „Das ist unser Lieblingslied“ präsentierte sich jede Chorklasse mit ihren Hits aus dem zurückliegenden Schuljahr. Um 13 Uhr endete das Chorklassentreffen mit Wolfgang Spodes Lied aus über 200 Kehlen: „Wir brauchen kein Orchester!“
Am 24. Juli eröffneten die Chorklassen aus Markt Rettenbach mit ihren Lehrerinnen Eva Weinacht und Christine Räth um 20 Uhr die „Romantische Nacht auf dem Schlossberg“. Anschließend sangen unter der Leitung von Arthur Groß alle Lehrer, die in den zurückliegenden Jahren die Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“ erfolgreich absolviert haben und damit die Befähigung zur Leitung einer Chorklasse haben.
Im stimmungsvollen zweiten Konzertteil in der kerzenerleuchteten Stadtpfarrkirche St. Martin interpretierte das Mendelssohn Vocalensemble unter der Leitung von Karl Zepnik Werke von Schumann und Mahler. Vielel Hundert Besucher waren begeistert.
„Chorklassen an Grundschulen in Bayern“ ist Teil eines Modellprojekts, das das Netzwerk Musik in Bayern unter dem Dach der „Bayerischer Musikrat ProjektGmbH“ entwickelt hat. Es zielt darauf, Grundschulkindern in der 1. und 2. Klasse eine möglichst breite musikalische Basisbildung über den Weg der Erfahrung der eigenen Stimme als ureigenes und erstes Instrument zu ermöglichen, worauf in den Jahrgangsstufen 3 und 4 sowie an weiterführenden Schulen jede Art musikalischer Betätigung aufbauen kann.
Wesentlicher Bestandteil dieses Modellprojekts ist die Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“, ausgearbeitet und durchgeführt von Karl Zepnik, Gesangspädagoge und künstlerischer Leiter der Musikakademie Marktoberdorf. An 20 Seminartagen, verteilt über zwei Schuljahre, lernen Grundschullehrer den natürlichen Umgang mit der eigenen Stimme und mit der Kinderstimme. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Fortbildung erwerben die Lehrer die Zulassung zur Leitung von Chorklassen.
2008 hat das Staatsministerium für Unterricht und Kultus eigens für dieses Modellprojekt die Einrichtung von Chorklassen mit der Aufstockung von 2 auf 4 Stunden Musikunterricht pro Woche an 20 Grundschulklassen im Regierungsbezirk Schwaben bewilligt. In einer ersten Erprobungsphase starteten zum Schuljahr 2008/2009 Chorklassen in Marktoberdorf und Markt Rettenbach. Zum Schuljahr 2009/2010 kamen weitere 8 Chorklassen hinzu: an der Antonio-Huber-Schule Lindenberg, an der Grund- und Hauptschule in Markt Rettenbach (eine weitere 1. Klasse), an der Grundschule an der Singold in Bobingen, an der Sankt-Martin-Volksschule Marktoberdorf (eine weitere 1. Klasse), an der Schrader-Volksschule in Kaufbeuren, an der Volksschule in Füssen-Schwangau, an der Volksschule in Lindenberg i.Allgäu und an der Volksschule in Thalhofen a.d.W.. Für das Schuljahr 2010/2011 ist die Einrichtung weiterer 10 Chorklassen im Regierungsbezirk geplant.
Eine Evaluation durch die Universität Regensburg begleitet das Projekt Chorklassen. Unter der Federführung von Bernhard Hofmann vom Lehrstuhl Musikpädagogik wird die Entwicklung der Lehrerstimme während der 2-jährigen Fortbildungszeit untersucht.
Geistliche Literatur für Kinder und Jugendchöre
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Chorarbeit in der Schule bedeutet Zukunftsarbeit für den Verein. Denn hier erreicht man auch Kinder und Jugendliche, die keinen Zugang zu einem Verein haben, sich für das gemeinsame Singen aber gerne begeistern lassen.