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Mitgliedschöre

Wem Gott will recht Gunst erweisen...

Die „Jungen Münchner Chöre“ mit einem sehr anrührenden, abwechslungsreichen und ansprechenden Konzert in der Dreifachturnhalle in Rain

 

Die heimliche Kulturhauptstadt im Donau-Ries war an diesem Wochenende offensichtlich Rain – vom Popstar Christine Stürmer über die Killerpilze und das Bardentreffen im Stadtpark bis zum Festkonzert anlässlich des 60ig-jährigen Bestehens des Sängerkreises Unterer Lech: Musik an allen Ecken und Enden! Die jungen Chöre Münchens, die hierzu eingeladen waren,  waren  ein äußert interessanter Besucher – eine Gemeinschaft junger Sängerinnen und Sänger von  6 bis 18 Jahren aus allen Schulen und Stadtteilen und dem städtischen Umland, aus allen Bevölkerungsschichten der Landeshauptstadt, zu einem disziplinierten, mehr als wohlklingenden Chor geformt von dem leidenschaftlichen Pädagogen und Musiker Bernhard Reimann, Leiter seit 1983,  und seinen Helfern.

 

Von der musikalischen Früherziehung im Vorschulalter,  vom Anfänger bis zum Solisten – das Angebot, das der Chor  für die 150 Chormitglieder  bereit hält,  ist beeindruckend. Der schulischen Belastung versucht man durch Nachmittagsbetreuung und Hausaufgabenhilfe in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Bonifaz  zu begegnen, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, im Chor mitzusingen und sich auch  in Einzelausbildung weiterzuentwickeln. So haben es die aus den Münchner Chorbuben und Chormädchen hervorgegangenen „Jungen Chöre Münchens“ zu „singenden Botschafter Münchens“ geschafft, die mit über 140 Konzerttourneen  und über 3600 Auftritten in der ganzen Welt zu hören waren. Sie treten in Rundfunk und Fernsehen auf, haben eigene CDs aufgenommen. Ihr Repertoire reicht von weltlicher Chormusik über geistliche Chorgesänge aus verschiedenen Jahrhunderten  zu Musical- und Opernmusik. So ist es aufs beste gelungen, Freude am Singen, Spaß an der Musik mit einer sehr engagierten Ausbildung zu verbinden.

 

Bürgermeister und Schirmherr  Gerhard Martin freute sich entsprechend, zu dem vom Vorsitzenden des Sängerkreises  Reiner Pfaffendorf   als Abschluss der Jubiläumsfeiern konzipierten Abend Repräsentanten  von Chorvereinigungen, kommunale Mandatsträger der Stadt Rain wie auch den Ehrenvorsitzenden des Sängerkreises  Alois Rupp begrüßen zu dürfen und  bedankte sich bei der Raiffeisenbank, dem Sponsor des Abends.

 

Ralf Bachenberg, Präsidiumsmitglied, skizzierte das beeindruckende Leistungsangebot  des Chorverbandes Bayerisch Schwaben (CBS),  des zweitgrößten Laienmusikverbands im Regierungsbezirk Schwaben, der über 17.500 Sänger und Sängerinnen in über 550 Chören vertritt. Da in den zurückliegenden Jahren das besondere Interesse des CBS der Ausbildung und Förderung  der Kinder- und Jugendstimme galt, wurde so  rund 400 Grundschullehrern das natürliche Singen mit Kindern vermittelt, wurden Dirigenten in der Leitung von Kinder- und Jugendchören fortgebildet, Kurse zum kindgerechten Singen mit den Jüngsten in Kindergärten, ein Projekt „Eltern singen“ durchgeführt , und das Pilotprojekt „Singen macht Spaß“ als Angebot für Erwachsene, wieder zu singen, begonnen.

 

Da passte nun dieser Münchner Chor, Mitglied im Sängerkreis Unterer Lech, wunderbar ins Bild. Und wie sich dieser Chor in Szene setzen konnte! Wurde einleitend in einem mehrstimmigen Chorsatz noch recht brav – mit einem Augenzwinkern - das Wandern besungen „Im Frühtau zu Berge…“,  so folgten in der „Reise um die Welt“  englische, irische (das berühmte „Danny Boy“ mit einem sehr schönen Solo), japanische Lieder, das  amerikanische spiritual „He`s got the whole world in his hand“, und das australische, nach einer Melodie der Aborigines, der australischen Ureinwohner, gesungene „Tunggare“ (das heißt: wir singen): das ganze Lied kreist nur um dieses eine Wort; es wandert durch die Stimmen, ein fremder, ein faszinierender Klang entwickelt sich so. Bravourös gemeistert!  Nach dem südafrikanischen „Siahamha“ mit einem sehr rhythmischen, akzentuierenden Trommelsolo ein Gruß an das Reiseziel Neufundland mit „Ice in the bay“ und „Salt water joys“ (das sei eine Art Nationalhymne, erklärt der Dirigent) - das war große Klasse, was die Kinder hier boten.

 

Ein stilistischer Wechsel folgte  mit dem „Zigeunerleben“ von Robert Schumann, sauber intoniert, sehr schön  und wortverständlich gesungen; mit dem Chor der Straßenjungen aus „Carmen“ von Georges Bizet – ein reiner Bubenchor, lauter auftrumpfende „Metermänner“ – und den Polowetzer Tänzen aus „Fürst Igor“ von Borodin, dieses Mal von den Mädchen vorgetragen. Die sehnsuchtsvolle, schwebende Aura  dieser Melodie gelang den hellstimmigen Sängerinnen gut. Gerade an diesen Chorsätzen war die gründliche, gute Ausbildung zu hören. Ein erneuter Stimmungswechsel, und von neuem war nicht zu überhören,  welch einen Spaß die jungen Sänger und Sängerinnen bei ihrem Auftritt hatten! Musical war angesagt – vom „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ mit einem glockenhellen Knabensopransolo,  zu „Sister Act“ und Webbers „Joseph and His Brothers“. Da war Schwung, Pep, Rhythmus, tänzerische Leichtigkeit – mit wiederum herausragenden Soli der Mezzosopranistin Johanna und ihrer Tenorpartner. Nun gab es „standing ovantions“ der kenntnisreichen, sehr angetanen Besucher, die ihre Zustimmung so gern zum Ausdruck brachten!

 

Ein abwechslungs- und temporeiches Konzert, das den hohen Ausbildungsstandard dieses Chores aufzuzeigen, ein Konzert, das Kindern und Jugendlichen Freude am eigenen Singen zu vermitteln  geeignet war. Das Niveau des Chores, die Leistung der jungen Sängerinnen und Sänger  wird die „Jungen Münchner Chöre“ auch bei der kommenden Konzertreise zu hervorragenden Botschaftern Bayerns machen!





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