Syrgenstein (we). „Mit Liedern kamen sie zu seinem Heiligtum“ – die Sängerinnen und Sänger des Chorverbandes Kreis Dillingen und der benachbarten Chöre aus Württemberg, um im Lobpreis Gottes Bitte, Vertrauen und Dank gesanglich auszudrücken. Um den erhöht gekreuzigten Heiland versammelten sich in der St.-Wolfgang-Kirche alle Chorgattungen und zahlreiche Gäste, in der zuvor Pater Darius Hirsch den Festgottesdienst zum 100 jährigen Jubiläum des Männergesangvereins „Frohsinn“ zelebrierte. Mit Blumenschmuck und brennender Kerze ehrenvoll in das Kirchenambiente eingebunden war auch das Gedenken an die verstorbenen Chormitglieder. So war es dem Jubelchor vorbehalten, nach einem stimmgewaltigen Auftakt durch alle mitwirkenden Sänger den Reigen der Einzelchorvorträge zu eröffnen.
Zu Beginn unterstrich Kreisvorsitzender Günther Durner die Verbundenheit der Kreis- und Gastchöre mit dem MGV Syrgenstein, denn immerhin 22 Chöre gaben ihm die Ehre des Besuchs, ebenso wie MdL Georg Winter, Landrat Leo Schrell sowie Bürgermeister und Schirmherr Bernd Steiner. Aufmerksamer Vertreter des Chorverbandes Bayerisch-Schwaben war Stellv. Bundeschorleiter Josef Gschwind.
Durner kündigte die Darstellung der ganzen Breite kirchlicher Chormusik an und versprach nicht zu viel. Bürgermeister Steiner ergänzte zu Recht die Feststellung, dass mit dem Kreis-Chorkonzert „Syrgenstein zum gefühlten Zentrum des Chorgesangs im Landkreis wird“.
Über 600 Sängerinnen und Sänger gestalteten diesmal das Chorkonzert des Landkreisverbandes. Mit einem Lobpreis an Gottes herrliche Natur trat der Gesangverein „Frohsinn“ Lauingen auf und präsentierte sich unter der neuen Leitung von Sibylle Mathia-Mack von seiner besten Seite. Als gemeinsame Chorgruppe imponierten unter der Leitung von Jürgen Maier die Männerchöre „Liederkranz“ Aislingen und „Sängerlust“ Eppisburg und unterstrichen damit Harmonie und Gleichklang im Sinne chorischer Darbietungen. Klein aber fein kann die Chorgemeinschaft Wittislingen als Attribut für ihren Auftritt in Syrgenstein beanspruchen. Frei vorgetragen „beteten“ sie gesanglich unter Leitung von Wilfried Häußler nach der Tradition russischer Kirchenmusik. Chorgruppenauftritte scheinen sich im Aschberg zu bewähren. „Frohsinn“ Glött und der Gemischte Holzheimer Chor liesen sich gemeinsam von Ute Konle leiten und stimmten mit freudigem Gemüt ihren Lobpreis an.
Neben den Jugendchören des Dillinger Chorverbandes verkörperte der Sängerbund Oggenhausen unter der musikalischen Leitung von Ina Büchler die „Jugend im Chor“. Wechselnde Interpretationen, meist freier Vortrag und moderne Chorliteratur lassen es zu, dass in der Regel englisch gesungen wird. Den Gegensatz dazu lieferten die Männer der Chorgemeinschaft Kicklingen-Fristingen mit Herbert Schneider, die sich dem klassisch bekannten geistlichen Lied widmeten und ihr Dankgebet gesanglich formulierten. Interessant für die Zuhörer war der Auftritt des Gesang- und Theatervereins Burgberg, den Inge Sturm leitet. Mit ihrem Chorvortrag konnten die Zuhörer den Vergleich eines zuvor von Sängern dargebotenen Satz zum Beitrag eines Gemischten Chores anstellen. Tief empfundene menschliche Ehrfurcht vor Gott drückte der Männergesangverein Schretzheim unter der Leitung von Herbert Graf in einer gesungenen Motette aus.
Aus Haydn’s populärer „Kleinen Orgelsolomesse“ löste Werner Bürgle für den Liederkranz Wertingen und die Orchestervereinigung Wertingen Kyrie und Gloria als Beitrag zum Jubiläumsjahr des Komponisten und brachte so ein musikalisches Geschenk zum örtlichen Jubiläum. Singen und Beten spielt nicht nur bei den Christen eine tragende Rolle, sondern galt auch für den Gesangverein „Sängerlust“ Sachsenhausen, dessen Auftritt Yvonne Zein leitete. Ungewöhnliche, aber höchst interessante Textinterpretation nahm der Gesangverein Bächingen auf. Das Arrangement des früheren Chorleiters übernahm die aktuelle Chorleiterin Erika Moosdiele. Alle Hände voll zu tun hatte während der Festtage der Syrgensteiner Chorleiter Hans Ambrosi, unter dessen Dirigat auch der Sängerbund Bissingen auftrat. Mit Händel präsentierten die vereinigten Chöre von Dillingen und Steinheim einen weiteren musikalischen Jubilar und bot repräsentative, neue geistliche Chormusik wurde unter Führung von Gerhard Seidl dar. Unter chorischer Harmonie litten die vom Sängerkranz Heidenheim mit Eric Mayr vorgetragenen Sätze sakraler vokaler Tonkunst des letzten Jahrhunderts. Ganz anders begegnete der Liederkranz Landshausen höchst anspruchsvollen Chorsätzen. Geleitet von Edgar Bürger präsentierten sie ihre chorischen Schätze. Dem standen die Männer der Chorgemeinschaft aus dem Bissinger Kesseltal kaum nach. Unter Leitung von Roman Bauer stellte der Chor die tragenden Intentionen des christlichen Betens in den Raum.
Verbandschorleiter Anton Kapfer führte mit eindrucksvoller und fundierter Moderation durch das Konzert und der gemeinsame Schlusschor aller Mitwirkenden verdeutlichte gesanglich Anlass und Begründung der Festtage: „Ich danke meinem Herrn“
Den Chor zum Klingen bringen: Klangarbeit und
Stimmbildung an ausgewählter Chorliteratur
Die „heiße“ Phase:
Coaching für die letzten Proben vor einem Chorauftritt
Möglichkeiten und Grenzen in der Arbeit mit Laienchor an J.S. Bachs Jesu meine Freude BWV 227 und norwegischer Chormusik