Bei der Mitgliederversammlung des Bayerischen Musikrats am 15.11.2025 in Plattling forderte Präsident Bernd Sibler eine Änderung der neuen Grundschulstundentafel.
„Dass Musik im Zuge der Flexibilisierung bestimmter Stunden in 80 % der Grundschulen in den 3. und 4. Klassen nun nur noch einstündig statt wie zuvor zweistündig unterrichtet wird, ist nicht akzeptabel. Zudem muss die Finanzierung des Ganztags so gestaltet werden, dass qualifizierte musikalische Angebote gemacht werden können, die den Musikunterricht nicht ersetzen, sondern ergänzen.“
Er stellte eine „Resolution zu Musik in der Grundschule und zu Musik im Ganztag“ vor, die von den Mitgliedern des Bayerischen Musikrats verabschiedet wurde. Die Resolution enthält die Forderung nach Rückkehr zu zwei Stunden Musik in den 3. und 4. Grundschulklassen und einer ausreichenden Finanzierung für qualifizierte musikalische Ganztagsangebote. Sie wird an Kultusministerin Anna Stolz und Sozialministerin Ulrike Scharf und die Regierungsfraktionen verschickt.
Die neue Präsidentin des Deutschen Musikrats, Prof. Lydia Grün, auch Präsidentin der HMTM München, unterstützte diese Forderungen in ihrem Grußwort. Sie wies daraufhin, wie wichtig es sei, als Kind und Jugendlicher mit Musik in Kontakt zu kommen: „… und zwar nicht nur über Spotify, Youtube, Tiktok oder andere Plattformen, sondern direkt im selbst Tun, im selbst Musizieren, Erleben und Erfahren.“ Hier werde der Grundstein für aktive und passive Teilhabe an Kunst und Kultur gelegt. Deshalb sei der Trend von immer weniger Musik an Grundschulen in Bayern für das Zusammenleben und das zivilgesellschaftliche Engagement in den Orten und Regionen nicht förderlich.
Der Bayerische Musikrat ist der Dachverband für mehr als eine Millionen Musikerinne und Musiker in Bayern.
BMR-Resolution zu Musik in der Grundschule und zu Musik im Ganztag.pdf