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Hochklassig - Konzert der Schwäbischen Chorakademie

Ihren Ruf als Chorstadt  wurde  Marktoberdorf am Sonntagnachmittag wieder  einmal mehr als gerecht. Bei erfreulich großem Publikumsinteresse gastierte in der Stadtpfarrkirche St. Martin die Schwäbische Chorakademie, ein Ensemble aus etwa 70 jungen Sängern ab dem Alter von 15 Jahren. Unter dem Titel „Cantate Domino“ – Singet dem Herrn – und unter der Leitung von Stefan Wolitz erklang ein Chorkonzert mit Werken von der ausgehenden Renaissance bis  zu zeitgenössischen Sätzen. Eindrucksvoll untermalt wurde die Konzertstunde mit Orgelmusik, für die der Kirchenmusiker Peter Bader sorgfältig ausgewählte Stücke beisteuerte.
Die  Schwäbische Chorakademie ist das überregionale Jugendensemble des Chorverbandes Bayerisch-Schwaben. Ziel ist die Förderung talentierter und interessierter Chorsängerinnen und  -sänger. Da  die Auswahlkriterien streng sind, müssen sie ein Auswahlverfahren durchlaufen. Das wiederum ist ein Garant für die hohe künstlerische Qualität des Ensembles. Dreimal im Jahr gibt es Arbeitsphasen, wobei  die  Chormitglieder zusätzlich von  Stimmbildnern betreut werden. Dem Chor steht somit die ganze Bandbreite der Chorliteratur zur Verfügung.
Der Klang ist ausgeglichen, feinste  dynamische Abstufungen sind  dadurch selbstverständlich, ein  wunderbar gehauchtes Pianissimo offenbart sich wie ein machtvolles Forte.  Stefan Wolitz, der das Ensemble seit seine rGründung 2010 leitet, vermag alle musikalischen Feinheiten der Partituren auf seinen Chor zu übertragen.
„Cantate Domino“  erklang von verschiedenen Komponisten: in U-förmiger Aufstellung des Chores als gregorianischer Wechselgesang, kontrastreich von dem Litauer Vytautas Miskinis, besonders aber von dem Polen Pawel Lukaszewski, der durch  die vielen Tonreibungen schwierig zu interpretieren ist. Vom selben Komponisten erklang „Nunc Dimittis“ mit Chorsolisten, die über dem Altar platziert waren:  dynamisch, farbenfroh in jedem Ton, ein echter Höhepunkt, wie überhaupt die sensibel-subtile Behandlung von Chorstimmen ein  Markenzeichendes  polnischen Meisters ist.  Im Wechsel von Orgel und Chor erklang  das  „Magnificat sexti  toni“ von Johann Speth, einem Komponisten  der  Barockzeit. Krönender chorischer Abschluss war das Werk„Veni Sancte Spiritus“ von Ko Matsushita.
Von Peter Bader an der Orgel erklang eine Toccata und im „Concert Piece“ von Flor Peeters konnte der Solist seine ganze stupende Technik ausspielen. Viel Applaus für Stefan Wolitz, den Chor und den Organis-ten für ein hochklassiges Konzert. (AZ / Peter Steinbach)

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